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Heilige Stätten bauen | LuB 85-87

In den Offenbarungen Lehre und Bündnisse 85–87 zeichnet der Herr eine klare Roadmap für seine Heiligen:

  • 85: Auf die Weise des Herrn handeln
  • 86: Vom Abfall zur Wiederherstellung
  • 87: Sammlung inmitten von Krieg und Konflikten

Und wie halten wir in so einer Zeit stand?
Indem wir heilige Stätten bauen – und bewohnen.


Abfall und Wiederherstellung (LuB 86)

Der Abfall vom Glauben ist kein Randthema, sondern zentraler Bestandteil der Heilsgeschichte. Schon 1. Nephi 11 beschreibt, wie sich das Haus Israel versammelt, um gegen die zwölf Apostel des Lammes zu streiten.

Doch die Wiederherstellung ist kein einfacher „Rückbau“ – es ist eine Rückkehr aus der Wildnis, aber mit einer veränderten Ausgangslage:

Die gleiche Kirche – aber ein anderes Volk.
Die „Zeiten der Anderen“ mussten erfüllt werden.

Der Herr beschreibt diesen Prozess als Aussortieren des Weizens aus dem Unkraut. Interessant dabei: Bis zur Ernte sind beide fast nicht zu unterscheiden. Erst die Sammlung in die Scheune bringt Klarheit.

Und wo sammeln wir? In heiligen Stätten – Orten, die Schutz bieten, Glauben nähren und uns auf die Begegnung mit Christus vorbereiten.


Stehen inmitten von Konflikten (LuB 87)

Diese Offenbarung ist von Bildern des Chaos geprägt: Krieg, Spaltungen, selbstzerstörerische Mächte. Aber sie endet nicht in Hoffnungslosigkeit.

Historiker Steven C. Harper fasst es so:

„Steht für die Heiligkeit ein und lasst euch nicht einschüchtern.”

Das ist kein Aufruf zu passivem Warten oder zu einer Untergangspredigt. Es ist ein Auftrag, aktiv zu sein:

  • Neue Gebäude und Einrichtungen errichten
  • Neue „heilige Stätten“ schaffen
  • Sowohl physische Orte als auch geistige Räume bewahren – Werte, Haltungen, Taten, die das Reich Gottes sichtbar machen

Mitten im Sturm kann der Heilige Frieden finden, wenn er diese Orte aufbaut und bewohnt.


Auf die Weise des Herrn (LuB 85)

Die Offenbarung erinnert auch daran, nicht „die Bundeslade zu stützen“ – nicht zu versuchen, Gottes Plan durch eigene, vermeintlich bessere Ideen zu verbessern.

Lucifer fiel, weil er meinte, den Plan besser ausführen zu können. Edward Partridge, damals Bischof, wurde in dieser Offenbarung daran erinnert, dass sogar führende Amtsträger nur dann recht handeln, wenn sie es auf die Weise des Herrn tun.

Und diese Weise beinhaltet:

  • Ordnung in Aufzeichnungen und Verwaltung
  • Demut statt Selbstüberschätzung
  • Vertrauen in Gottes Zeitplan

Heilige Stätten – mehr als Gebäude

Wenn wir von „heiligen Stätten“ sprechen, denken wir schnell an Tempel oder Kapellen. Aber die Botschaft dieser Kapitel geht tiefer:
Heilige Stätten sind auch Beziehungen, Entscheidungen und Lebensweisen, die Gottes Gegenwart einladen.

Sie können ein Esstisch sein, an dem täglich gemeinsam gebetet wird.
Ein Arbeitsplatz, an dem Ehrlichkeit höher steht als Gewinn.
Oder ein Herz, das inmitten von Lärm und Krieg still bleibt.


Fazit

Der Herr ruft uns auf, nicht bloß Zuschauer der Weltgeschichte zu sein.
Wir sind Baumeister – von Orten, Herzen und Gemeinschaften, die heilig sind.

Denn wenn die Ernte kommt, wird entscheidend sein, wo und mit wem wir stehen.
Und die beste Vorbereitung darauf ist, schon heute inmitten einer unruhigen Welt heilige Stätten zu bauen – und darin zu leben.

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